Sandro Botticelli
1445 erblickte Botticelli in Florenz das Licht der Welt. Die Lehrzeit als Goldschmied behagte ihm nicht sonderlich, und die Malerei nahm einen immer größeren Stellenwert in seinem Leben ein. Um 1464 wurde er für einige Jahre Lehrling des seiner Zeit berühmtesten Florentiner Malers Fra Filippo Lippi. In Florenz hatte die Renaissance einen ihrer Ursprünge, und die Idee der künstlerischen Freiheit und die humanistische Hinwendung zum Individuum zogen weite Kreise im Adel und der Künstlerschaft. Auch Botticelli nahm viel vom Geist der Zeit in sich auf. Daher nimmt es nicht wunder, dass er einer der wichtigsten Maler der Frührenaissance wurde.
Seit seinem Aufenthalt in Rom in den Jahren 1481-82, in denen er Bilder für die Sixtinische Kapelle erstellte, ist er zu einer florentinischen Berühmtheit geworden.
Seine Kooperation mit den Medici, die im Florenz des 15 Jahrhundert als Kunstgönner in Erscheinung traten, erwies sich als sehr fruchtbar. In dem die Familie Medici ihm politische Autonomie zukommen ließ, fand er so eingehend Muße, um meisterhafte Werke zu kreieren. 1510 starb er in Florenz.

Botticellis Stil durchlief zwei Phasen: Die Frühphase besticht durch ihre weichen Linien, während in der späteren Phase härtere Konturen im Vordergrund stehen.
Grund für den Wechsel ist der Tod von Lorenzo de Medici gewesen, dem Gravitationszentrum des Florentiner Kunst- und Geisteslebens. Sein Sterben hinterließ ein politisches Vakuum, dessen Ausdruck Botticellis Spätwerk ist.
Die ätherischen Formen der Frühphase wichen markanten Aspekten, die Gebärde stand im Zentrum.
Besondere Beachtung fand sein Bild „Die Geburt der Venus“. Dieses Gemälde ist vor allem deshalb von so großer Bedeutung, weil es eine der ersten Darstellungen des nackten weiblichen Körper seit dem Untergang der antiken Kunst ist, der die Schönheit des unbekleideten Körpers thematisiert.
Von besonderem Interesse ist auch Botticellis Rückbezug auf die gotische Stilepoche.
So hatten seine Frauendarstellungen etwas Ätherisches in ihrer blassen Haut, die Körper waren sehr schlank und gestreckt, mit Gesichtern voller Schwermut.
Er malte in Florenz sehr viele Porträts und erwarb allein damit einen gewissen Ruhm, bis er für die Arbeit an der Sixtinischen Kapelle eingestellt wurde. Riesige Waldgemälde wurden so erschaffen, die auch heute noch repräsentativ für die Frührenaissance stehen. Durch die künstlerische Arbeit an der Kapelle wurde er bereits zu Lebzeiten zur Legende.

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