Mit Einsetzen der Neuzeit im 14. Jahrhundert und dem Höhepunkt der Renaissance im 15./ 16. Jh. stellten zahlreiche Veränderungen wissenschaftlicher Natur das bisherige Bild der Welt und des Menschen auf den Kopf.
Die einsetzende Säkularisierung aller Lebensbereiche schlug sich auch in der Kunst der Renaissance nieder und führte zu einem gemäßigteren Umgang mit den Themen Erotik und Sexualität. Diese offene Darstellung menschlicher Nacktheit geschah noch immer unter dem Deckmantel der Antikenrezeption.
In der Malerei sind die oftmals freizügigen Venusdarstellungen, die Bacchananlien oder auch die in Anlehnung an die Metamorphosen Ovids entstandenen Werke beispielhaft. Ebenso wie das intensive Studium der Natur und des Menschen, um Körper möglichst wirklichkeitsgetreu abzubilden. Das verstärkte Interesse der Malerei an Aktstudien spiegelte dabei die Stellung des Menschen als Mittelpunkt der Natur wieder. Auch auf dem literarischen Sektor war es durch Gutenbergs Buchdruck erstmals möglich, erotische Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Entstehung des Dekamarons von Giovanni Boccaccio mit seinen 100 erotischen Novellen steht für diese Epoche ebenso.
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