Im Realismus des 19. Jahrhunderts galt es ähnlich wie schon im Klassizismus, die Gefühlsduselei der Romantik zu überwinden. Dies sollte mit der Wiederaufnahme antiker Formen des Klassizismus und vor allem wirklichkeitsgetreuen Abbildungen gelingen. Die bildenden Künstler behandelten verstärkt geschichtliche und mythologische Themen. Künstlerische Darstellungen orientierten sich an Dingen die bis ins kleinste Detail möglichst naturalistisch abgebildet wurden und damit der Fotografie sehr nahe kamen.
Auch die Darstellung von Erotik und Sexualität orientierte sich im 19. Jahrhundert an der ambivalenten gesellschaftlichen Rolle der Frau, einerseits bestimmt durch das Bild als Hausfrau und Mutter, andererseits ist sie Prostituierte und femme fatale. Dies führte schließlich dazu, die Rolle der Frau als Lustobjekt im künstlerischen Schaffen der Realisten des 19. Jahrhunderts zu verankern. Charles Baudelaire mit seinen drastischen literarischen Schilderungen der Menschen des 18. Jahrhunderts sprengte jedoch noch die Grenzen der öffentlichen Moral.
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