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Edouard Manet

Edouard Manet wurde am 23.01.1832 in Paris geboren. Er wuchs in einem bürgerlichen Elternhaus auf: Der Vater, ein Richter und Personalleiter im Justizministerium, und die Mutter, Tochter eines französischen Diplomaten, waren republikanischer Gesinnung und verfügten zudem über einen gesicherten finanziellen Hintergrund, so dass Manet, der als Wegbereiter der modernen Malerei gilt, und seine zwei jüngeren Brüder eine gut behütete Kindheit erlebten.

Die Ausbildung des jungen Manets erfolgte von 1833-1844 zunächst an der Institutsschule in Vaugirard; in den Jahren 1844-48 beendete er die schulische Laufbahn am Collège Rollin. Hier nahm er auch fakultativen Zeichenunterricht, den der Onkel ihm bezahlte. Nach seinem Abschluss wollte Manet erst Marineoffizier werden, was jedoch an der Nichtbewältigung der Aufnahmeprüfung scheiterte. So begab er sich per Schiff für sechs Monate auf eine Reise nach Brasilien, auf der er eigentlich für die Wiederholung der Prüfung lernen wollte. Allerdings entschied sich Manet im Laufe der Reise gegen eine Karriere bei der Marine, was nicht zuletzt auf die Erlebnisse an Bord zurückzuführen sein dürfte.

Badende Frauen von Franz Marc


Die Ausbildung zum Maler begann für Manet dann 1950 im Atelier von Thomas Couture. Hier wurde vor allem an lebendigen Modellen geübt, dessen, laut Manet, unnatürliche Haltung zu einem Konflikt mit dem Meister führte. So nahm der junge Maler noch Unterricht an der Académie de Suisse, die ihm ein Studieren ohne die vielen Konventionen des coutureschen Ateliers ermöglichte. Die ersten Jahre als ausgebildeter Maler bis 1859 verbrachte Manet in der Rue Lavoisier, in der er ein Atelier zusammen mit Albert de Balleroy besaß. In dieser Zeit lernte er auch die Maler Edgar Degas, Henri Fantin-Latour sowie den Dichter Charles Baudelaire kennen, zu denen er seitdem eine innige Freundschaft pflegte. In den ersten Jahren kopierte Manet jedoch eher andere Maler, als dass er einen eigenen Stil entwickelte. Das erste Gemälde, das als Eigenkomposition gilt, begann der Maler 1858: Le Buveur d'absinthe, was aber ausgestellt im Pariser Salon von dessen Jury zurückgewiesen wurde. 1861hatten dort aber gleich zwei Bilder Manets Erfolg: Portrait de M. et Mme Auguste Manet und Le Chanteur espagnol.

Ab 1860 wohnte Manet mit Suzanne Leenhoff, einer Pianistin, und ihrem Sohn Léon zusammen in einer Wohnung in Paris. l863 heirateten sie, offiziell blieb der Maler aber nur Patenonkel von Suzannes Sohn, dessen Vater unbekannt geblieben ist. Als überzeugter Stadtbewohner in den Kaffeehäusern Paris' zu Hause, elegant im Stile eines Dandy gekleidet und immer im Gespräch mit den kreativen und gelehrten Köpfen seiner Zeit offenbarte Manet seinen Hang zu einer bohemischen Kultur. Er stirbt 1883 in Paris an den Folgen einer Beinamputation.


Zeit seines Lebens war Manet ein großer Bewunderer des spanischen Malers Diego Velázquez. Manets Stil ist von diesem Vorbild beeinflusst und spiegelt zudem die realistischen und naturalistischen Tendenzen, die damals in der Kunst und Literatur vorherrschten, wider. Insofern zählt unter anderen Manet zu den Pionieren der modernen Malrei, den Impressionisten.

Bevorzugte Themengebiete waren für ihn das moderne Leben in der Stadt, die Entwicklungen und Errungenschaften der Menschen in ihrer Existenz als Bürger einer Metropole. So zählen hauptsächlich Menschen oder Menschengruppen, wie sie zum Beispiel das Gemälde La Musique aux Tuileries von 1862 zeigt, zu seinen Lieblingsmotiven. Der Alltag der Menschen sollte zudem abgebildet werden, also die Normalität und die Trends der Zeit wiedergegeben werden. Vor allem in der Hinwendung zu spanischen Motiven, wie das Bild einer Stierkämpferin von 1862, zeigt sich die Affinität zur Mode und Kultur Spaniens, die in der Gesellschaft derzeit mit Vorliebe aufgegriffen wurde.

Gleichsam zeigen seine Gemälde mitunter Eindrücke vom Meer und Seereisenden, was auf die Erlebnisse seiner Schiffsreise nach Brasilien zurückgeführt wird. Als direkt und gewagt, ob der Schonungslosigkeit, mit der der Alltag sichtbar gemacht wurde, wird Manets Pinselstrich charakterisiert. Er ging ökonomisch mit den Farben um, bevorzugte Schwarz, Grau und Beige und legte ein besonderes Augenmerk auf die Lichteffekte.
In dieser Hinsicht wurde schon zu seinen Lebzeiten der realistische Ausdruck ohne jedwedige Idealisierung gelobt. Zu seinem Lebenswerk gehören zudem zahlreiche Grafiken, Porträts, Stillleben, Lithografien und Radierungen.

 




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