Gustave Courbet
Gustave Courbet wird am 10. Juni 1819 in Ornans bei Besancon in eine gut situierte bürgerliche Familie geboren.
Ohne das Wissen seiner Eltern, die ihm ein Jurastudium finanzieren, nimmt er ab 1838 Zeichenunterricht bei Charles Antoine Flajoulot.
1840 geht er nach Paris und besucht dort weiter Malkurse und studiert die alten Künstler in den Museen.
Gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden erschafft er einen neuen modernen Kunststil: den Realismus.
Seiner Kunst wird zunächst ein gewisses Misstrauen entgegengebracht, doch im Jahr 1848 gibt es beim Pariser Salon keine Jury, dadurch hat er die Möglichkeit zehn seiner Bilder im Pariser Salon auszustellen und zu überzeugen.
Für sein Gemälde Nach dem Essen in Ornans (1848) erhält er schließlich sogar die goldene Medaille. Endlich beginnt er mit seinen Werken auch Geld zu verdienen.
Viele seiner Bilder sind provokativ und stellen die bürgerlichen Werte in Frage. Sein Selbstportrait "Mann mit Pfeife" aus dem Jahre 1849 zeigt ihn z.B. beim Rauchen von Haschisch und das 1866 vollendete erotische Werk "Der Ursprung der Welt", welches den Blick zwischen die geöffneten Beine einer nackten Frau freigibt, hat fast schon pornografischen Charakter.

Für die Weltausstellung 1855 bietet die Regierung Courbet an, ein sehr groß dimensioniertes Gemälde malen zu können, wenn er die Entwürfe vorher von dem Gremium prüfen lassen würde.
Courbet schlägt das Angebot aus und als zusätzlich drei seiner vierzehn für die Ausstellung gedachten Gemälde von der Jury abgelehnt werden, lässt er mit Hilfe Alfred Bryas den Pavillon du Réalisme aufstellen und stellt vierzig zusätzliche Gemälde aus.
In den Jahren danach beginnt er viel zu reisen, um in Deutschland, Belgien und England zu arbeiten und auszustellen.
1870 soll ihm das Kreuz der Ehrenlegion verliehen werden, was er kategorisch ablehnt, um seine Meinung Kunst solle unabhängig vom Staat sein, zu unterstreichen. Aufgrund dieser Einstellung wählt man ihn nach dem Regierungssturz zum Präsidenten der Republikanischen Kunstkommission und kurz darauf zum Mitglied der Pariser Kommune. Als die Kommune zerschlagen wird, muss er unter anderem für sechs Monate ins Gefängnis, weil er zusammen mit anderen die Vendôme-Säule zerstört hatte. Dort verschlechtert sich sein Gesundheitszustand, aber er malt in dieser und während der darauf folgenden Zeit in der Klinik über fünfzig Bilder. Die neue Regierung verlangt nun von ihm 35.000 Francs Schadensersatz für die Säule, die er mit dem Verkauf seiner Werke niemals aufbringen kann. Er flieht aus Paris.
Am 31. Dezember 1877 stirbt er an den Folgen der Wassersucht in La Tour de Peilz.

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