Franz Marc
Franz Marc kam am 8.02.1880 in München als zweiter Sohn von Wilhelm und Sophie Marc zur Welt. Sein Vater war Kunstmaler und Akademieprofessor, seine Mutter Erzieherin. Die Eltern erzogen ihre Söhne protestantisch und ermöglichten ihnen eine humanistische Erziehung und Bildung. Franz Marc gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts; er war Mitbegründer der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter und somit einer der Wegbereiter des Expressionismus.
Seine schulische Ausbildung genoss Franz Marc am Münchener Luitpold-Gymnasium und schloss dort mit dem Abitur ab. Zunächst schrieb er sich dann 1889 an der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität für Philosophie ein. Vor Beginn dieses Studiums musste er jedoch für ein Jahr einen Militärdienst bei Augsburg absolvieren. Während dieser Zeit verwarf er den Plan, Philosophie zu studieren und trat bei seiner Rückkehr 1900 in die Kunstakademie München ein. Dort lernte er bei Gabriel von Hackl und Wilhelm von Diez. 1903 reiste er quer durch Frankreich mit seinem Studienkollegen Friedrich Lauer. Auf dieser Reise lernte er das freiheitliche Leben kennen, zeichnete und besuchte Museen, setzte sich intensiv mit den Arbeiten anderer Künstler, wie zum Beispiel Sarah Bernhardt, auseinander. Zurück in der bürgerlichen Enge Münchens fasste er den Entschluss, die Akademie mit ihren starren Konventionen zu verlassen.

Ab 1904 arbeitete Franz Marc dann als freischaffender Künstler in einem Atelier in Schwabing. In dieser Zeit lernte er auch die zwei Malerinnen Maria Franck und Marie Schnür kennen, die in den nächsten Jahren immer wieder eine bedeutende Rolle spielten: Zunächst mit Maria Franck liiert, ließ Franz Marc sich in der Folge auf ein Dreiecksverhältnis mit beiden Frauen ein. Das Bild Zwei Frauen am Berg von 1906 thematisiert diese Beziehungskonstellation. Ein Jahr später entschied sich der Maler dann für die fünf Jahre ältere Marie Schnür, die er zudem 1907 heiratete. Allerdings wurde diese Ehe kurz darauf schon wieder geschieden. 1911 ehelichte der Maler erneut: diesmal Maria Franck.
Auch beschäftigte sich der Maler in dieser Zeit mit den theoretischen Aspekten der Kunst. Mit dem Freund August Macke, den er 1910 kennen lernte, unterhielt er per Brief einen lebhaften Diskurs über die kunsttheoretischen Streitfragen der Zeit. 1911 wurde Franz Marc 3. Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München, in der er auch Bekanntschaft mit dem Maler Wassily Kandinsky machte. Doch kurz darauf trat der Marc schon wieder aus der Vereinigung aus, da die Jury ein Werk Kandinskys scharf kritisierte. Der Protest Franz Marcs auf Grund des Urteils führte noch im gleichen Jahr zur Gründung der Künstlergruppe Der Blaue Reiter. 1912 hatte die Gruppe gleich einen großen Erfolg bei einer Ausstellung in der Berliner Galerie Der Sturm. Die Mitglieder des Blauen Reiters vertraten die Auffassung, dass jeder Mensch eine innere und eine äußere Erlebniswelt besitzt, welche die Kunst zusammenführen kann. Diese Ansätze waren wegbereitend für die Moderne Kunst des 20. Jahrhunderts.
Franz Marc starb früh: Während des 1. Weltkrieges wurde der Maler im Zuge einer territorialen Erkundung von einem Granatsplitter tödlich verwundet. Er erlag 1916 bei Verdun seinen Verletzungen.

Franz Marcs künstlerische Ausbildung war zunächst von naturalistischen Tendenzen geprägt; später wechselte der Maler jedoch zum Ausdruck. Seine Gemälde zeichnen sich durch einen expressiven und symbolischen Farbeinsatz aus. Er schuf sogar eine eigene Farbenlehre: Blau stand in dieser Hinsicht für das Männliche, gelb für das Weibliche und rot verwies auf die Materie an sich.
Marc wollte mit seiner Kunst eine innere Wahrheit der Dinge erkunden; von der Erscheinungsform auf die Wesensform richtete sich sein Blick. Seine bevorzugten Motive waren Tiere als Sinnbild der Ursprünglichkeit und Reinheit. Für den Maler repräsentierte die Tierwelt zudem die Idee der Schöpfung, da sie im Einklang mit der Natur steht.
Zu den Vorbildern Franz Marcs gehörten vor allem der Expressionist August Macke, der gleichsam in seiner künstlerischen Arbeit im bestimmten Einsatz von Farbe einen gezielten Ausdruck anlegte, sowie auch Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, die mit ihrer Farbsprache und -symbolik selbst für Aufsehen sorgten.
Darüber hinaus verband den Maler eine Freundschaft zu Jean Bloé Niestlé, ein Tiermaler, von dem Marc lernte, Emotionen an Hand von Tieren darzustellen. Außerdem unterhielt Franz Marc einen regen Kontakt zur Dachauer Künstlerkolonie und Adolf Hölzel, der schon 1905 eine Schrift über eine Theorie der abstrakten Kunst herausgab.
Ferner setzte sich Marc mit der Farbsymbolik von Phillip Otto Runges und der Farblehre Goethes auseinander.
Er arbeitete mit Ölfarben, Gouachen, Bleistift und Aquarell; zu den bekanntesten seiner Werke gehören: Blaues Pferd I (1911), Die gelbe Kuh (1911), Zwei Katzen, blau und gelb (1912), Tierschicksale (1913), Der Turm der blauen Pferde (1913).
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