Francisco José de Goya y Lucientes
Francisco José de Goya y Lucientes ist einer der bekanntesten Maler und Graphiker Spaniens. Er lebte in der kunsthistorischen Epoche des Realismus und prägte diese stark. Geboren wurde er am 30. 3. 1746 in Fuendetodos, Aragón. Seit 1760 erlernte Goya zunächst die Kunsttechnik der Freskenmalerei bei dem Barockmaler José Luzán in Saragossa.
. In seiner frühen Schaffenszeit widmete er sich religiösen Thematiken mit Altarbildern und Fresken. Trotz vieler Widerstände machte er schnell Karriere, zunächst wurde er Mitglied, dann Direktor und 1786 schliesslich Hofmaler der Königlichen Akademie. Er war der begehrteste Porträtist des spanischen Adels. Heute gelten diese Portraits durch ihre schonungslose, ehrliche realistische Malweise als aussergewöhnlich und revolutionär für diese Zeit, da er den Adel schon fast karikaturierte.

Im Jahr 1792 kam es zu einem entscheidenem Einschnitt in Goyas Leben. Infolge einer schweren Krankheit litt er bis zu seinem Lebensende an Gehörlosigkeit. Dass diese physische Veränderung, die möglicherweise zu einer visuellen intensiveren Wahrnehmung führte, für den Wandel in seinem Schaffenswerk verantwortlich ist, ist wahrscheinlich. Doch auch kurz vorher entfernte er sich immer mehr von den adligen Repräsentationsideologien und setzte sich von nun an mit Hilfe von Druckgrafiken, u.a. mit der berühmten „Aquatintatechnik“, kritisch mit den sozialen und politischen Zeitgeschehen seiner Zeit auseinander.
Besonderem berühmt wurden die „Desastres de la Guerra" (1810-1820), in denen er die Grausamkeiten des spanischen Befreiungskrieges von Napoleons Herrschaft in einer direkten realistischen Offenheit darstellt. Im Jahr 1810 zog er sich endgültig aus allen öffentlichen Ämtern zurück und lebte ab 1819 auf einem Landhaus in der Nähe von Madrid. Hier entstanden die "pinturas negras" („schwarzen Bilder“), Zeugnisse seiner sich immer mehr verfinsternden Phantasiewelt.

Wegen seines politischen und sozialkritischen Engagements war er oft Opfer von politischen Verfolgungen und musste sich 1814 sogar vor Inquisition wegen seines erotischen Aktes der “nackten Maya“ verteidigen.
Das Gemälde erregte öffentliches Ärgernis, da es der erste Akt in der spanischen Malerei war, auf dem Schamhaar zu erkennen ist. „Die nackte Maya“ hatte ursprünglich ein Gegenstück „Die bekleidete Maya“, sie waren mittels eines Scharniers miteinander verbunden, so konnte die „anrüchige Maya“ durch die „züchtige Maya“ verborgen werden.
Da er der politischen Auseinandersetzungen müde war, zieht er sich 1824 nach Frankreich zurück und stirbt am 16.4.1828 an einer Lähmung in Bordeaux.
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