Der Expressionismus ist gekennzeichnet durch die Hinwendung der Kunst zum Reinen und Ursprünglichen jenseits der naturalistischen Abbildung.
Sexualität und Erotik abseits bürgerlicher Konventionen erhielten hier explizite Bedeutung zugeschrieben, und wurden auch in der bildenden Kunst nicht mehr völlig versteckt dargestellt. Beeinflusst durch den Pansexualismus auf den Grundfesten des Freudschen Denkschemas errichtet, erschienen figürliche Darstellung völlig aus ihrem historischen, allegorischen oder mythologischen Hintergrund herausgelöst. Die abstrahierende Vereinfachung durch kräftige Konturen und ausdruckskräftige Linien mündete in den 20er Jahren in der abstrakten Malerei.
Allerdings gingen die literarischen Werke des Expressionismus mit ihrer Ästhetisierung des Hässlichen, beispielsweise im Falle von Gottfried Benn mit seinen grausam-triebhaften Darstellungen, noch weiter, da die Maler nach wie vor Geschlechtliches eher zu verbergen suchten.
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